LETZTE LIEDER .. ANTIGONE .. DER UNTERGANG DER TITANIC .. WARTEN AUF GODOT
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2002
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Letzte Lieder von Nirav Christophe
Regie: Thomas Faupel
Anne Knauber: Flips Gedanken / Thomas Faupel: Flip als Erwachsener
Ralf Rummel: Joost als Erwachsener und Flips Opa / Tatjana Etzel: Nina
Ela Abenthung: Joost als Kind / Barbara Grajewski: Flips Oma
Sabine Jähnig: Krankenschwester / Iris Burkhart: Violine
Lichttechnik: Klaus Caesar, Michael Helmle / Decke: Elke Scholz-Helmle
Grafik: Anne Knauber, Thomas Faupel / Fotos: Hannes Marstaller
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Das Stück bewegt sich in vier Szenen rückblendenartig durch die Zeit.
1. Ein Mann, Flip Blijschotten, liegt im Sterben, im Krankenhaus, im Koma, 1991.
Sein Sohn Joost kümmert sich beredsam um ihn. Flip: "Gleichgültigkeit! Das ist
das Letzte, das Einzige, was ich bei den Menschen festgestellt habe."
2. Dann die Trennung von Frau Nina und Sohn Joost 1971, um sich in Tibet selbst
zu finden. Nina: "Ich hoffe, die erstbeste tibetanische Schlange beißt dich tot."
3. Dann das Kennenlernen und die erste Verliebtheit 1961. Flip: "Wenn jemand auf
etwas Schönes deutet, braucht man sich doch nicht in den Finger zu verlieben."
4. Und schließlich 1941 die Erinnerungen an seine Großeltern. Opa: "Scht ... hast
du sie noch alle ... ich will nicht wissen, wie alt du bist."
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NWZ 28.10.2002
"Letzte Lieder" eines Sterbenden
Gelungene Premiere von Thomas Faupels Inszenierung
"da capo" ist immer für Überraschungen gut ... ein Hörspiel in eigener Bühnenfassung.
Das Experiment hat sich gelohnt: Thomas Faupels erste Regiearbeit lotet behutsam
zwischen der Intimität des Hörspiels und den Erfordernissen der Bühne aus.
(Marcus Zecha)
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Eigentlich hielt Nirav Christophe sein Stück "Letzte Lieder" für unspielbar.
Thomas Faupel hatte das 1993 entstandene Hörspiel im Radio gehört, war begeistert
und konzipierte eine Bühnenfassung. Auf die war der Autor, der als Regisseur,
Dramaturg und freier Schriftsteller in Amsterdam arbeitet, so neugierig, dass er unter
den Premieregästen war.
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Antigone von Jean Anouilh
Regie: Klaus Caesar
Tatjana Etzel: Antigone / Thomas Faupel: Kreon
Ralf Rummel: Hemon / Barbara Grajewski: Ismene
Sabine Jähnig: Amme / Michael Helmle: Wachmann
Anne Knauber: Erzähler / Ela Abenthung: Gesang
Bühnenbild: Ralf Rummel / Lichttechnik: Klaus Caesar
Grafik: Anne Knauber, Thomas Faupel / Fotos: Ariane Schnarrenberger
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Antigone will es nicht hören. Mag König Kreon auch noch so felsenfest behaupten,
Polyneikes und Eteokles seien "Schweinehunde" gewesen und hätten jeweils versucht,
in Theben die Macht zu übernehmen. Für Antigone sind es ihre Brüder, die es zu
beweinen gilt. Und so will es ihr auch nicht in den Sinn, dass Polyneikes Leiche aus
Gründen der Staatsräson in der Sonne verfaulen soll.
Die Vernunft stellt Fragen. Die Intuition nicht. Das Alter stellt Fragen, sucht nach
Gründen. Die Jugend nicht. Sie stellt etwas in Frage.
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NWZ 05.11.2001
Der Machtmensch und das Mädchen
Jean Anouilhs Fassung der griechischen Tragödie
Anouilhs Antigone, das ist nicht der leichteste Stoff für eine lupenreine
Amateurtheatergruppe. Ein Jahr lang hatten sich die Mitglieder des Göppinger
"da capo" Theater an Wochenenden und nach Feierabend mit dem Drama um die
renitente Königstochter auseinandergesetzt, ... Deutlich arbeitete das Ensemble denn
auch am Samstag bei der Premiere im Alten E-Werk den Konflikt heraus zwischen
dem Pragmatismus der Macht und dem Aufbegehren gegen die Staatsräson.
(Marcus Zecha)
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Der Untergang der Titanic von H.M.Enzensberger
Regie: Klaus Caesar
Nicole Berger / Thomas Faupel / Regina Gentsch / Ralf Rummel
Bühnenbild: Ralf Rummel, Klaus Caesar / Lichttechnik: Klaus Caesar
Grafik: Thomas Faupel, design büro kottmann / Fotos: Manfred Schwarz
"Salzwassser in der Tennishalle! Ja, das ist ärgerlich, aber nasse Füße sind noch
lange nicht das Ende der Welt." Der Glaube an die Geschichte, ihren Sinn und ihre
Erkennbarkeit stützt den Atem der Dichter nicht mehr.
Enzensberger jedoch faßt im Bild der "Titanic" und des Eisberges die Komödie
unserer Apokalypse zusammen. Auf ein Bild ohne Perspektive antwortet ein
Theaterstück ohne festen Stand- und Bezugspunkt. Eines, das von Abschnitt zu
Abschnitt den Blickwinkel wechselt. "Der Mensch", lehrt Enzensberger, "dem das
Wasser bis zum Halse steht, kann seinen Kopf immer noch zum Denken benutzen,
und nicht nur zum Schreien."
Hier finden Sie ausgewählte Passagen, gelesen von Thomas Faupel > weiter
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NWZ 11.11.1996
Aparte Bilder einer gesellschaftlichen Auflösung
"da capo" mit einer Adaption von H.M.Enzensberger
Ein apokalyptisches Welttheater des Unterganges ... Regiseur Klaus Ceasar findet
hierfür aparte und poetische Bilder.
Eine gelungene, atmosphärisch dichte Umsetzung des Enzensberger-Textes.
(Marcus Zecha)
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Warten auf Godot von Samuel Beckett
Regie: Klaus Caesar
Rolf Hetzel: Wladimir / Ralf Rummel: Estragon
Thomas Faupel: Pozzo / Bernd Ungerer: Lucky
Jutta Folhoffer: Junge / Kontrabass: Regina Gentsch
Grafik: Klaus Caesar, design büro kottmann / Fotos: Manfred Schwarz
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"Warten auf Godot" erzählt keine Geschichte, es erforscht eine statische Situation.
"Es geschieht nichts. Keiner kommt, keiner geht, es ist schrecklich."
Beckett zeichnet ein Koordinatensystem menschlicher Beziehungen.
Das Nebeneinander von Wladimir und Estragon und das Unter- bzw. Übereinander
von Pozzo und Lucky. Dies ist das Gerüst für die Handlungsmöglichkeiten der
Akteure.Worum es aber geht, ist das Abwägen des Erreichten gegen den Preis,
der dafür zu zahlen war, ist die Hoffnung, dass alles sich doch noch zum Guten
wendet, durch etwas Bedeutendes, das geschehen könnte. (Thomas Faupel)
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NWZ 24.11.1995
Risse in der Fassade des Selbstbetrugs
Gelungener Auftakt der Theatertage
"da capo" sorgte mit dem Beckett-Stück "Warten auf Godot" für einen gelungenen
Auftakt der 32. Internationalen Göppinger Theatertage.
Unter der Regie von Klaus Caesar zeigten die Akteure anspruchsvolle
darstellerische Leistungen, allen voran Ralf Rummel als durchaus komischer
Vagabund Estragon und Thomas Faupel als gewalttätig-zynischer Pozzo.
"Warten auf Godot" hat bei den Göppinger Theatertagen einen hohen Maßstab
gesetzt. (Marcus Zecha)