INSZENIERUNG . WERTALL . IMPRESSUM

 

Theater wirkt im Sinne einer

"Bildung zur Differenz", die es

dem Individuum ermöglicht,

von der Verbindlichkeit der

medialen Wirklichkeitsentwürfe

Abstand zu nehmen.

Indem es die RezipientInnen

miterleben lässt, wie eine fiktive

Wirklichkeit entsteht, macht es

die Fiktion explizit.

Damit stellt es die Spielregeln

der Mediengesellschaft auf den

Kopf. Es ist gerade dieses

Wissen der RezipientInnen um

die Scheinhaftigkeit der

Situation, dass sie zum Spiel

mit der Zuweisung von

Bedeutungen animiert

und mit einem

"Möglichkeitssinn" begabt.

Indem die Verbindlichkeit

gewohnter Wirklichkeits-

entwürfe auf diese Weise

brüchig wird, und das Subjekt

erkennt, dass es selbst, im

Alltag wie auf der Bühne,

über die Bedeutung einer

Situation oder Handlung

entscheidet, wird seine

Wahrnehmung durchlässig

für ein autonomes, im besten

Sinne selbstbewusstes

Spüren, Denken und Handeln.

(Tom Braun, Theaterwissen-

schaftler und Theaterpädagoge,

2. Fachtagung des BDAT, 2005)

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